
Williams vs. Airich am 30. Mai in Bilbao
Öner wirft in der 7. Runde das Handtuch
Dramatische Ringschlacht in Bilbao! Gegen den haushohen Favoriten "Brixton Bomber" Danny Williams zeigte Schwergewichtler Konstantin Airich eine starke Leistung, die er jedoch nicht mit einem Sieg krönen konnte. Drei Mal hatte der Deutsche Interims-Meister den Tyson-Bezwinger aus London auf die Bretter geschickt - zwei Mal in Runde 3 und einmal im 4. Durchgang. Aber der 29-Jährige vergaß jedes Mal, sofort und konsequent nachzusetzen, um Williams den "Fangschuss" zu geben.
Der unsauber kämpfende Brite schlug in dem heißen Gefecht mehrmals tief, wurde deshalb in der 2. und 5. Runde von Ringrichter Alfredo Garcia verwarnt. Durch die Tiefschläge geschwächt hatte Airich am Ende nicht mehr die Kraft, den wild anstürmenden Williams aufzuhalten. In Runde 5 und 6 musste der Deutsche jeweils einmal zu Boden.
In Runde 7 warf ARENA-Boss Ahmet Öner für seinen ausgepowerten Schützling das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe in den Ring. Ein glücklicher Sieg für Williams, zumal auch nach Ende des Kampfes immer noch nicht ganz klar war, ob der Ringrichter ihn nicht sogar drei Mal verwarnt hat, was die Disqualifikation bedeutet hätte. Für Airich war es die erste Niederlage im 11. Profikampf.
Der Sieger, der nach dem Fight den Ringboden küsste, lobte seinen Gegner: "Ich hatte gehört, dass Airich einen harten Punch hat, aber als er mich erwischt hat, war ich trotzdem geschockt. Der Junge langt wirklich mächtig hin. Ich finde, der Referee hat keinen guten Job gemacht, und ich bin sehr froh, dass ich am Ende gewonnen habe."
Herbie Hide verteidigt WBC International Titel
Viel einfacher hatte es Ex-Weltmeister Herbie Hide, der seinen WBC-International-Titel gegen den in New York lebenden Ehinomen Ehikhamenor mit einem deutlichen Punktsieg nach 12 Runden verteidigte. In der 4. Runde hatte Hide den Boxer aus Benin sogar einmal am Boden.
Die weiteren Ergebnisse
Einen Punktsieg konnte auch Mittelgewichtler Mahir Oral verbuchen. In einem guten Kampf um die Interims-Meisterschaft der EBA setzte sich der Hamburger "Löwe" über 12 Runden knapp gegen seinen Stallgefährten Alexander Sipos durch.
Sergej Sorokin aus Russland kam zu einem Punktsieg durch Mehrheitsentscheid gegen den argentinischen Ring-Veteran Juan Carlos Villareal. Profi-Debütant Peter Henssler besiegte Andrei Tolstihs aus Lettland einstimmig nach Punkten. Und Schwergewichtler Yakup Saglam behielt gegen Mate Kubinyi aus Griechenland seine "weiße Weste". Durch t.k.o. in der ersten Runde feierte Saglam den 14. Sieg im 14. Profi-Kampf, 13 davon vorzeitig.
Bilbao/Hamburg, 30. Mai 2008

NIGHT OF THE RISING STARS
Punktsieg über Darling Jimenez
Mit einem klaren Punktsieg über Darling Jimenez aus der New Yorker Bronx sicherte sich Olympia-Sieger Yuriorkis Gamboa bei seinem HBO-Debüt in Primm, Nevada den vakanten WBC International Titel im Super Federgewicht. Gamboa dominierte den Kampf und feuerte insgesamt 807 Schläge ab, von denen 271 Jimenez trafen, was man vor allem dem stark lädierten Gesicht des 28-jährigen Amerikaners ansehen konnte.
Jimenez schaffte es trotz der vielen Angriffe Gamboas nicht nur, auf den Beinen zu bleiben, sondern teilte immer wieder selber gefährlich aus und schickte den Kubaner in der vierten Runde sogar mit einer harten Rechten zu Boden. Am Ende hieß es auf den Punktzetteln trotzdem 99:91 und zwei Mal 97:92 für Gamboa.
ARENA-Boss Ahmet Öner: "Das war ein hartes Stück Arbeit - auch für mich in der ersten Reihe. Ich war mit Gamboa heute nicht wirklich zufrieden, er hat versucht, mit seinem Gegner zu spielen und war dabei zu arrogant. Aber das ist okay, er ist noch jung, man darf nicht vergessen, dass das gerade mal sein 10. Kampf war. Natürlich muss er noch Erfahrung sammeln und an seiner Defensive arbeiten. Ich denke, er hat heute eine Lektion gelernt, auf dem Weg zur WM war es auch sehr wichtig für ihn, die zehn Runden zu gehen."
Im zweiten Hauptkampf des Abends sicherte sich der Mexikaner Alfredo Angulo den WBO Intercontinental Titel im Halb Mittelgewicht durch einen T.ko.-Sieg in der fünften Runde über Richard Gutierrez
Angulo dominierte den Kampf von der ersten Runde an. Zu Beginn der 5. Runde traf Gutierrez seinen Gegner mit einem harten linken Haken, so dass Angulo kurz wackelte, dafür dann aber umso härter antwortete und Gutierrez mit harten Kombinationen durch den Ring trieb. Als Gutierrez verteidigungsunfähig wankte und förmlich stehend k.o. war, stoppte Referee Tony Weeks den Kampf nach 2:48 Minuten in der 5. Runde.
James Kirkland aus Austin, Texas knockte Eromosele Albert in der ersten Runde aus. Nach einer Links-Rechts-Kombination ging Albert schwer zu Boden, kam zwar noch einmal auf die Beine, wurde dann aber nach dem zweiten Niederschlag nach gerade mal 66 Sekunden von Ringrichter Joe Cortez aus dem Kampf genommen. Kirkland bleibt ungeschlagen und sichert sich den vakanten NABO-Titel im Halb Mittelgewicht.
Undercard:
4 Runden, Super Mittelgewicht
Dion Savage (1-0-0, 1 ko) aus Las Vegas besiegt den Profi-Debütanten Tim Taylor aus Salt Lake City durch t.k.o. in der erste Runde. Nach einer wilden Schlagserie nach 1:05 Minute ist Taylor verteidigungsunfähig und im wahrsten Sinne des Wortes stehend k.o., Abbruch durch den Ringrichter.
6 Runden, Bantamgewicht
Chris Avalos (3-0-0, 2 kos) aus San Diego knockt Alvaro Muro (4-8-0, 4 kos) aus Durango (Mexiko) in der ersten Runde aus. Der Ringrichter stoppt den ungleichen Kampf nach dem ersten Niederschlag nach 1 Minute und 36 Sekunden. T.k.o.-Sieger Avalos.
10 Runden, Leichtgewicht
Mickey Bey (10-0-0, 6 kos) aus Cleveland schlägt Wilson Alcorro (25-9-3, 17 kos) aus Miami einstimmig nach Punkten.
Bey dominierte den Kampf vom ersten Gong an und konnte sowohl mehr als auch härtere Treffer setzen. Der erfahrene Alcorro schaffte es aber, die vorzeitige Niederlage zu verhindern. Die Ringrichter werteten den einseitigen Kampf mit 100:90 und zwei mal 99:91 für Bey.
Primm, 17. Mai 2008

Heimspiel für Selcuk Aydin in Trabzon
Starker Solis begeistert türkische Fans mit krachendem K.O.
Trabzon feiert seinen Helden - Lokalmatador "Mini-Tyson" Selcuk Aydin sicherte sich vor 3.000 frenetischen Fans den WBC International Titel im Weltergewicht durch einen einstimmigen Punktsieg gegen den Südafrikaner Lucky Lewele. Selcuk dominierte den tollen Kampf über weite Strecken, aber Ex-Champ Lewele - er hatte den Gürtel im März 2007 in München Alpaslan Agüzüm abgenommen - hielt stark dagegen und blieb immer gefährlich. Am Ende gewann der "Wirbelsturm vom Schwarzen Meer" verdient mit 119:109, 118:109 und 118:110.
Promoter Ahmet Öner: "Das war eine ganz starke Leistung von Selcuk, ein toller Kampf. Vor heimischem Publikum so zu glänzen - das zeugt von Charakter. Kompliment auch an Lewele, der stark dagegen gehalten hat. Aber Selcuk hat bewiesen, dass er ein ganz Großer werden kann."
Für den ersten Höhepunkt des Abends hatte Olympia-Sieger Odlanier Solis gesorgt. Der dreimalige Amateur-Weltmeister überrollte seinen Gegner Mamuka Jikurashvili förmlich und brachte dem Georgier (vorher 20 Kämpfe, 20 Siege) die erste Niederlage bei. Mit einem schweren Körpertreffer schickte Solis seinen Gegner schon in der ersten Runde zu Boden. Nach zwei weiteren Niederschlägen (ebenfalls zum Körper) in Runde zwei zählte Ringrichter Arno Pokrandt den Georgier aus.
Öner: "Solis war viel aggressiver als in seinen letzten Kämpfen, einfach unwiderstehlich. Das war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Wenn er so weitermacht, wird niemand ihn stoppen können."
Auch Mahir Oral, Atagün Yalcinkaya und Yakup Saglam feierten vorzeitige Siege. Orals Gegner Joel Mayo aus Chile wurde nach einem Schlaghagel in der 1. Runde angezählt und gab zu Beginn der 2. Runde auf.
Bantamgewichtler Yalcinkaya schickte Ravil Mukhamadiarov in zwei Runden gleich drei Mal zu Boden, siegte schließlich durch einen rechten Haken zum Kopf.
Und Saglam sicherte sich den Internationalen Deutschen Meistertitel (Interim) im Schwergewicht durch einen t.k.o.-Sieg über Sergei Babich. Saglam fügte seinem Gegner einen tiefen Cut am linken Auge zu, der diesen zur Aufgabe nach der 4. Runde zwang.
Konstantin Airich und Tino Groß siegten gegen Andreyi Oleyinik bzw. Tolagt Dosanov jeweils einstimmig nach Punkten.
Hamburg, 26. April 2008


