Nach dem Blitz-K.o. von New York

Ahmet Öner und Yuriorkis Gamboa im HBO-Interview
Gamboa wird HBO-Hauptkämpfer
ARENAs Federgewichts-Phänomen Yuriorkis Gamboa ist in den USA schon lange ein Star und wird von Fans und Experten immer wieder als kommender Pound-for-Pound-Champion (der inoffizielle Titel für den besten Boxer der Welt über alle Gewichtsklassen hinweg) gehandelt.
Trotzdem musste sich "El Ciclon de Guantamo" bislang noch mit der Rolle als "Co-Main Event" bei TV-Marktführer HBO begnügen. Eine Tatsache, die dem amtierenden WBA-Weltmeister und Olympiasieger von 2004 gar nicht schmeckte. So "schwänzte" Gamboa unter anderem die Pressekonferenz für seinen Kampf am vergangenen Samstag im Madison Square Garden, weil es ihm dabei zu sehr um den zweiten Hauptkämpfer Juan Manuel Lopez ging.
Der Kubaner sparte sich sein Statement lieber für den Ring auf und untermauerte seine Ansprüche auf den Superstar-Status. Mit einer Gala-Vorstellung in nicht mal zwei Runden fegte der "Wirbelsturm" den starken Afrikaner Rogers Mtagwa aus dem Ring. Im Oktober hatte Mtagwa Juan Manuel Lopez noch über die volle Distanz von 12 packenden Runden bis ans Äußerste gefordert und an den Rang seiner ersten Niederlage gebracht.
Kein Wunder, dass sich die Bosse von HBO nach dem spektakulären Sieg umgehend mit ARENA-Boss Ahmet Öner zusammensetzten. "Nach so einer Vorstellung kann man von Gamboa nur begeistert sein", freute sich Öner. "Der Junge hat gezeigt, dass er vollkommen zu Recht den Anspruch hat, als alleiniger Hauptkämpfer ernst genommen zu werden. Mittelfristig arbeiten wir an dem Vereinigungs-Kampf gegen Lopez, der dann in den USA sicher als Pay-Per-View laufen wird. Davor bekommt Gamboa noch eigene Abende bei HBO."
Doch nicht nur der Federgewichts-Champion war Gesprächsthema zwischen Öner und den TV-Bossen. "Wir haben bei der Gelegenheit auch gleich über Odlanier Solis gesprochen", so der Promoter weiter. "Nach seinem krachenden K.o. gegen Monte Barrett hat jetzt auch HBO verstanden, dass er der kommende Mann im Schwergewicht ist. Solis gegen Vitali Klitschko wäre einer von ganz wenigen Schwergewichts-Kämpfen, die für die USA wirklich interessant wären."
Lang ist der Weg zur WM für "La Sombra" Solis nicht mehr. Als derzeitige Nr. 2 der WBC wird es voraussichtlich im Sommer zu einem Eliminator-Kampf zwischen dem kubanischen Olympia-Sieger und Ex-Weltmeister Ray Austin kommen. Danach wäre der Weg frei zum Kampf gegen Vitali. Erst mal wird Solis Mitte März wieder in den Ring steigen. Genau wie Gamboa, der am 27. März in der Sporthalle Hamburg (live bei Sat.1) boxen soll.
Auch dort ist er "nur" als "Co-Main Event" neben dem Revanche-Kampf zwischen Steffen Kretschmann und Denis Bakhtov eingeplant. "In Deutschland spielen wir natürlich in erster Linie die deutsche Karte und wollen unseren Hoffnungsträger im Schwergewicht präsentieren", sagt Öner. "Aber ich hoffe, dass die Deutschen auch verstehen, was für ein Juwel wir mit Gamboa haben. Boxerisch gibt es momentan kaum Bessere auf der Welt. Der Junge kämpft in einer eigenen Liga. Dass solche Weltstars, die in den USA bei Pay-Per-View-Kämpfen Millionen verdienen, überhaupt nach Deutschland kommen, ist etwas ganz Besonderes. Gamboa macht das für mich und aus Verbundenheit zu Deutschland. Ich hoffe, die deutschen Fans wissen das zu schätzen."


